Russland braucht Geld – auch wegen des Ölpreisverfalls. Nun kaufen Katar und der Rohstoffhändler Glencore für 10,5 Milliarden Euro einen 19,5-Prozent-Anteil am staatlichen Ölkonzern Rosneft.
Arbeiter auf Rosneft-Erdölfeld in Sibirien
Mit dem bislang größten Privatisierungsgeschäft will Russlands Regierung das Minus im Staatshaushalt bekämpfen. Zu diesem Zweck würden jetzt 19,5 Prozent des staatseigenen Ölkonzerns Rosneft an den Schweizer Rohstoffhandelskonzern Glencore und Katars Staatsfonds verkauft, teilte das russische Präsidialamt mit. Der Erlös beträgt nach Angaben des Sprechers umgerechnet 10,5 Milliarden Euro
Die Regierung in Moskau werde aber eine Mehrheitsbeteiligung an Rosneft von mehr als 50 Prozent behalten. Glencore und Katars Staatsfonds halten demnach gleich viele Anteile in dem Konsortium. Rosneft-Chef Igor Sechin sagte im russischen Fernsehen, es seien mit mehr als 30 potenziellen Käufern Gespräche geführt worden.
Rosneft ist der größte Ölkonzern Russlands. Vor zwei Monaten hatte Rosneft der Regierung ihren Anteil von 50 Prozent am Konkurrenten Bashneft abgekauft und dafür umgerechnet 4,7 Milliarden Euro bezahlt. Auch dieses Geschäft sollte die Löcher im russischen Staatshaushalt stopfen. Die Wirtschaft der Landes und die Staatsfinanzen leiden unter dem seit Jahren niedrigen Ölpreis und den Sanktionen von USA und EU wegen des Ukraine-Konflikts.